Naturpark Bergisches Land

Dorf- und Heimatverein Wildberg e.V.

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Grubenrad

Das Wildberger Grubenrad ist nicht nur das Wahrzeichen des Ortes,
sondern auch ein Industriedenkmal welches an die bemerkenswert
umfangreiche Bergbautätigkeit in vergangenen Tagen erinnert.
Es befindet sich am Ende des Wildberger Rundwanderweges, direkt
neben der Glück-Auf-Halle.

Industriedenkmal
Grubenrad

Als in den 1970er Jahren die Glück-Auf-Halle mit ihrem Freigelände geschaffen wurde, stellte sich die Frage, was man auf den ehemaligen Fundamentsockel des Förderturms „Carterschacht“ als zukünftiges Wahrzeichen des Ortes errichten könnte. Schnell erinnerte man sich an das Grubenrad, eine Seilscheibe aus Stahl. Durch Mitglieder des Schützenvereins „Einigkeit Wildberg e.V., wurde das Ungetüm von Bochum nach Wildberg zurückgeholt, aufgearbeitet und auf den alten Betonblock montiert.

Es handelt sich um ein Speichenrad aus Stahlguss mit einem Durchmesser von 6m.
Das Grubenrad wiegt etwa 8 Tonnen. Die Funktion des Grubenrades war denkbar einfach: Es diente als „Umlenkrolle“ für das Förderseil, an welchem, von einer Dampfmaschine angetrieben, der Förderkorb mit Bergleuten, Material und Gerät in die Tiefe des Schachtes ein- und ausfuhr. Nicht zu vergessen, die zigtausend Tonnen an Eisenerz, Silber und natürlich auch der Abraum, aus welchem die weithin sichtbaren „Wildberger Halden“ bestanden. Weiterhin übertrug das Grubenrad die Seillasten auf das Fördergerüst bzw. den Förderturm.

Die vor dem Grubenrad platzierten Loren wiegen etwa 6 Tonnen. Sie stammen ebenfalls aus der Wildberger Grube und wurden liebevoll aufbereitet. Im 16. Jahrhundert ergab sich die Notwendigkeit, die Förderleistung im Bergbau zu erhöhen. Bis dahin wurde mit Trögen, Körben oder Laufkarren gefördert. Hatte man zunächst einen eisenbeschlagenen Holzkasten mit Holzscheibenrädern und einem Spurnagel (Hunt genannt) zur Verfügung, wurde ab 1850 der gleisgebundene Förderwagen aus Metall eingesetzt. Die Loren wurden von jungen Bergleuten von den Abbaubetriebspunkten bis in die Hauptstrecken geschoben und von dort durch Grubenpferde oder mittels Seilförderung zum Füllort gezogen.

Den etwa 80m in süd-südwestlicher Richtung vom Standort des Grubenrades entfernt liegenden und einst 190m tiefen Carterschacht, erkennt man heute an einem verschlossenen Deckel. Steigt man hinab, so findet man in einer Tiefe von 7,35m eine Splittschüttung, welche nach der Sicherung des Schachtes eingebracht wurde. Dieser Schachtsicherung ging ein Tagesbruch voraus, welcher am 07. September 1993 die Wildberger in Angst und Schrecken versetzte. Offensichtlich hatte eine um 1910 eingebaute Schachtabdeckung aus Eichenbalken in etwa 8,5m Tiefe nachgegeben und einen Krater von 12m x 12m gerissen. Durch umfangreiche Maßnahmen des Bergwerkamtes Dortmund, wurde daraufhin der Schacht gesichert und verschlossen.

Der Carterschacht war der erste und wichtigste Schacht der Grube Wildberg. Er wurde zunächst „Michaelsschacht“ oder „Schacht 1“ genannt. Als 1853 die Grube Wildberg von der „Great Consolidatet Mining Compagny Limited, London“ gekauft wurde, nannte man den Schacht nach deren Repräsentant Robert Carter. Aus diesem Schacht wurden jährlich etwa 2.500t Bleierze gefördert. Er hatte einen Querschnitt von 2m x 4m und wurde bis auf die IV. Sohle mit einer Teufe von 190m hinabgetrieben.

In den Jahren 1900 und 1901 wurde der zweite Wildberger Schacht, heute „Burgschacht“ genannt, abgeteuft. Er befindet sich in einer Entfernung von 510m westlich des Carterschachtes und wurde bis auf die V. Sohle mit einer Teufe von 200m abgetrieben. Obwohl dieser neue Schacht 2 als Hauptbetriebsschacht dienen sollte, wurde ohne ernstlich zur Förderung gedient zu haben, im selben Jahr der Betrieb wieder eingestellt. 1904 endlich begann man mit dem Abteufen von Schacht 3, heute Zentralschacht genannt. Er befindet sich in einer Entfernung von 250m südwestlich von Schacht 1 (Carterschacht) und 440m südlich von Schacht 2 (Burgschacht). Dieser Schacht wurde bis auf die VI. Sohle auf 302m Teufe niedergebracht und verfügte über eine moderne Kesselanlage, elektrischer Zentrale und eisernem Förderturm.

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29.09.2018

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